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Freitag, 2. März 2018

Fantasywoche: Elea Brandt - Protagonistenvorstellung 2




Herzlich Willkommen zum bereits 5. Tag der diesjährigen Fantasywoche!
Ich kann es kaum glauben, dass heute schon der fünfte Tag ist und am Sonntag alles bereits rum sein soll 😱

Heute wollen Annika von Anduria Recca und ich euch die Charaktere aus dem Fantasybuch "Unter einem Banner" von Elea Brandt vorstellen.
Annika erzählt euch etwas über die Hauptcharaktere, ich über die Nebencharaktere, denn es gibt einige wichtige Nebenfiguren, die unseren Helden beistehen und vielleicht wird auch deutlich werden, dass die Helden, eigentlich keine richtigen Helden, sondern gar Menschen sind...


Bevor ich jetzt starte, möchte ich euch noch das Cover und den Klappentext zeigen, nicht, dass ihr ganz unvorbereitet hier mitten in die Charakterverwicklungen geworfen werdet:



Blutroter Schnee. Brennende Zelte. Sterbende Kameraden. 
Jede Nacht durchleidet Reykan erneut die Schrecken des Krieges, in dem er mehr verloren hat als nur eine Schlacht. Reykan sehnt sich nach Frieden, aber sein Pflichtgefühl kettet ihn an den Königshof und zwingt ihn mitten in die Unruhen, welche die Hauptstadt in Atem halten. Als feindliche Truppen die Mauern stürmen und der König vor Reykans Augen stirbt, fällt ihm die undankbare Aufgabe zu, den verwöhnten Kronprinzen Benrik in Sicherheit zu bringen. 
Gejagt von skrupellosen Gegnern geraten die beiden ungleichen Männer immer wieder aneinander, bis Reykan beginnt, hinter Benriks Fassade zu blicken. Doch ihre Verfolger kommen näher und Reykan muss sich fragen, wie viel er wirklich für Benrik empfindet und was er bereit ist, für ihn zu opfern.


Die Nebencharaktere: 

Der König

König Renard ist ein Mann mit schmaler Statur, grau-schwarzem Haar und einem Vollbart. Er befahl den Krieg gegen Notia und führt diesen an. Überzeugt von seiner Stärke und seinem Taktil, geblendet von seinem Stolz, weigert er sich den Rückzug anzutreten, obwohl sie in einer Sackgasse feststecken. Es geht nicht mehr vorwärts, Notias Mauern scheinen unüberwindbar. Die Belagerung unzufrieden stellend, denn Notias Inneres wird weiterhin versorgt und man kann nicht einfach abwarten.
Zudem ist es ein harter, gnadenloser Winter, der mit seiner Kälte und dem Hunger die Moral der Männer schwächt.
König Renard ist vieles, aber er ist uneinsichtig. Zu stolz, um aufzugeben. Zu stolz, um zu kapitulieren und vielleicht gar zu feige, sich einzugestehen, dass er sich ein viel zu großes Ziel gesteckt hat. Seinen Namen wollte er in die Geschichte eingehen lassen, doch was bleibt wird ein Narrenkönig sein.
Treffen wir den König am Anfang der Geschichte noch als starke Persönlichkeit an, die viel zu stur ist, um seinen Beratern zu glauben und auf sie zu hören, so wird er nach dem Krieg zu einem gebrochenen Mann.
Noch immer starrsinnig, noch immer uneinsichtig, aber dazu gesellen sich auch noch Paranoia und die Angst vor dem, was kommen wird. Denn das etwas kommt, das ist unschwer zu erkennen.
Er hat den Krieg befohlen, er hat ihn durchgeführt und er hat versagt und das Volk, für welches er verantwortlich ist, das muss für seine Entscheidung zahlen.
Wie viel ist ein König wert, wenn er seine Untertanen nicht im Griff hat? Wenn er ihnen nicht das bieten kann, was seine Aufgabe ist?
Und wie weit geht er, um seine beiden Kinder - seinen Sohn und Thronerben Benrik und seine entstellte Tochter Andrika - zu beschützen?
Teilweise habe ich mich gefragt, ob er nicht doch wusste, was auf ihn zu kommt oder ob es die Nachwirkungen des Krieges waren, die Schrecken jener Wintertage, die ihre kalten Finger gierig in den Geist des Königs krallten und nicht mehr los ließen.

Der Graf - Harrenstein


Der Graf von Harrenstein gehört dem Königsstab an und befehligt und verwaltet eine der fünf Provinzen von Serin, über ihm steht König Renard.
Der Graf wird als kräftig gebauter Mann beschrieben, mit einer hohen Stirnglatze und einem blonden Vollbart.
Harrenstein steht durchaus ein für Krone und König, doch scheut er sich auch nicht offen zu sagen, wenn er die Entscheidung des Herrschers anzweifelt. Er bietet dem König Paroli, legt die Karten auf den Tisch und scheint einen eigenen Plan zu verfolgen, als er Reykan während des Krieges zu einem Abendessen zu sich ins Zelt einlädt.
Harrenstein spricht zwar nicht mit offenen Worten, doch dem Leser und Reykan wird klar, dass der Graf nicht so königstreu ist, wie angedacht. Wer weiß, ob nicht genau dieser Mann einen Aufstand angedacht hätte, wären die Soldaten von Notia nicht so in der Übermacht gewesen.
Der Graf ist ein gefährlicher Gegner und hat es auf den Thron abgesehen. Ohne Skrupel schmiedet er einen perfiden Plan, um an den Thron zu kommen, um Serin von dem nutzlosen König zu befreien, der das Land und dessen Volk in den Hunger stürzte, aber selbst Steuer um Steuer eintreibt. Er ist bereit, über Leichen zu gehen und es steht außer Frage, wessen Kopf er wirklich will.
Doch ist der Weg zum Frieden tatsächlich mit unschuldigen Opfern gepflastert und dessen Grenzen mit vergossenem Blut gefestigt? Oder wird Prinz Benrik mit Hauptmann Reykan einen Weg finden, um ihn aufzuhalten?
Aber wie kann man einen Gegner aufhalten, der militärisch in der Übermacht ist und die Sympathie des Hofstabes trägt? Der bereit ist, jedes Mittel einzusetzen und sei es auch ein Kind zu opfern.
Der Krieg hat auch vom Graf Harrenstein seinen Tribut gefordert und ohne Grund ist er gewiss nicht wütend. Aber reicht diese Wut, dieser Verlust, dieses Hass tatsächlich als Rechtfertigung für die Gräueltaten, die er im Namen der serinischen Flagge begeht, um das Land zu schützen?
Bei ihm hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass es nach der Devise "Auge um Auge, Zahn um Zahn" ging. 

Andrika von Serin - Fürstin zu Brannen, Schwester von Thronerbe Benrik

Ein Nebencharakter der mich nicht hätte mehr überraschen können, als sie es die ganze Geschichte über tat.
Eine Frau, die als zierlich und klein, gar dürr beschrieben wird, mit einem Makel auf die Welt gekommen: nach innen gekrümmte Beine und verkürzten Armen. Doch davon lässt sie sich nicht beirren, das Leben hat ihr als Kind und Jugendlich mitgespielt, doch in ihr ruht eine Stärke, ein innerer Frieden und Liebreiz, wie ich es nicht erwartet hatte. Sie grämt sich nicht, stattdessen strahlt sie über das ganze Gesicht, die blonden Haare unter ihrer Rise versteckt, die gleichen grauen Augen wie Benrik, was sie eindeutig als Geschwister ausmachen lässt.
Sie ist Fürstin von Brannen, hat Fürst Cardon einst geheiratet und Kinder geboren. Sie ist die Stütze ihres Fürsten und ein Hafen der Ausgeglichenheit, so scheint es zumindest.
Eine Frau, die bereit ist, Leid auf sich zu nehmen, weil es ihr Ehegelübde von ihr verlangt, aber auch, weil der Fürst es geschafft hat, ihr Herz für sich einzunehmen. Liebe ist manchmal doch die stärkste Waffe, besonders dann, wenn diese Liebe so unerschütterlich brennt, ganz gleich ab für Andrikas Gemahl oder ihren Bruder Benrik.
Ein Geheimnis und ihr freier Wille lassen sie an Fürst Cardon und seine Stärke glauben, lassen sie die Gerüchte in Keim ersticken zu wollen, die über ihren Ehemann unter den Soldaten kursieren. Man mag es kaum glauben, aber ich habe das Gefühl während all der Zeit auf Brannen gehabt, dass Andrika wie die klare Stimme von Cardon ist, wie die besonnene Kraft hinter dem Chaos im Kopf des Fürsten. Und sie versucht alles, um ihren Gemahl zu überzeugen, ihrem Bruder im Kampf gegen Graf Harrenstein zur Seite zu stehen.
Wenn da nur nicht immer Benriks Temperament wäre!

Cardon, Fürst von Brannen und Schwager von Prinz Benrik

Fürst Cardon ist ein Bär von einem Mann, im Vergleich zu der zierlichen und kleinen Andrika sieht er eher wie ein Riese aus und die beiden geben ein ungleiches Paar ab. Aber das mag nur auf das Äußere zutreffen, denn schnell wird klar, dass dieser bärige, brummige Mann viel Wert auf die Worte seiner Gemahlin gibt und sich ihr Anliegen, ihrem Bruder zu helfen, durch den Kopf gehen lassen möchte, weil sie ihn unter anderem darum bittet.
Dem Fürsten sieht man gleich an, dass er ein Soldat ist, die Haare militärisch kurz geschnitten, die Muskeln trainiert und auch die Gerüchte sagen zu deutlich, dass er sich immer mehr aus den politischen Verwirrungen zurückzieht, stattdessen lieber seine Grenzen gemeinsam mit seinen Männern sichert. Er ist Schild und Schwert von Brannen, während die Fürstin ihm zur Seite steht und sein dunkelstes Geheimnis mit einem Lächeln auf ihren schmalen Schultern trägt.
Cardon ist im ersten Moment bereit, dem Prinzen zu helfen, doch nicht ohne Lohn und erst recht nicht, nachdem Benrik ihn vor seinen Leuten bloß stellt. Der Fürst ist ein stolzer Mann, dem Ehre und Pflichtgefühl in jeder Muskelfaser eingegraben zu sein scheinen und doch scheint an den Gerüchten über plötzlichen Stimmungsumschwung und Aggressivität etwas dran zu sein. 
Aber was genau ist los? Und kann ein solcher Mann überhaupt strategisch ein Herr befehligen oder wird er Benrik im letzten Moment im Stich lassen?


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Das war es, meine Lieben.
Ich weiß, es ist doch etwas länger geworden, als ich tatsächlich gedacht hatte, aber kaum begonnen, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten.
Die Charakterentwicklung und -darstellung finde ich unglaublich spannend und jeder der Nebencharaktere - das sind ja nicht alle, sondern nur einige wenige - zeigt zwei Seiten. Es ist nichts, wie es scheint und noch mehr beeindruckte mich, wie die Autorin diese Wellen nach dem Krieg ins Spiel bringt.
Man merkt, ich liebe dieses Buch 😂






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